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Unter dem Titel "Lieber Ludwig" hat Ghassan Al-Halabi,

06. September 2020
langjähriges Mitglied der BÜRGER FÜR BEETHOVEN eine Hommage an den großen Komponisten veröffentlicht. Sie besteht aus imaginären Briefen, die der in Damaskus geborene Arzt im Laufe der Jahre an Beethoven geschrieben hat. Darin schildert er, was ihn an Beethoven immer wieder neu fesselt und fasziniert, und gibt seine ganz persönlichen Empfindung beim Hören von Beethovens Werken wieder.
Unter dem Titel "Lieber Ludwig" hat Ghassan Al-Halabi,

 

Dr. Ghassan Al-Halabi , „Lieber Ludwig - Eine Hommage an Beethoven, 367 Seiten, erschienen im Romeon-Verlag Kaarst,
26, 95 €

Vom Erwerb der Bücher durch unsere Vereinsmitglieder, auch ihre Freunde und Angehörige, ist spendet der Autor großzügigerweise pro Exemplar 10 € an die Bürger für Beethoven. Sie können das Buch für 25 € direkt beim Autor bestellen. Bitte verwenden Sie dazu das Kürzel „BfB“. Die Lieferung erfolgt portofrei. Bitte bestellen Sie per mail an mg.al-halabi@t-online.de

Einen kleinen Film zur Buchpräsentation finden Sie hier.

 

Marlies Schmidtmann

Buchbesprechung „Lieber Ludwig – eine Hommage an Beethoven“ von Ghassan Al-Halabi 

Im Jubiläumsjahr 2020, in dem weltweit der 250. Geburtstag von Ludwig van Beethoven gefeiert wurde (oder werden sollte..),  erschien eine Fülle von neuen Büchern über den Jubilar, größtenteils von Musikwissenschaftlern aus aller Welt geschrieben. Ich freue mich, Ihnen hier ein Buch vorstellen zu können, das völlig anders konzipiert ist und sich dadurch evtl. auch an eine andere Leserschaft richtet.

Ghassan Al-Halabi veröffentlichte im März 2020 eine „Hommage an Beethoven“ unter dem Titel:„Lieber Ludwig“.Seit 1998 bis heute schrieb der in Damaskus geborene Autor Briefe an Ludwig van Beethoven, die nun in Buchform vorliegen.

Al-Halabi wurde als Kind bereits durch einen sehr engagierten Musiklehrer in Syrien an die Musik von Beethoven herangeführt. Er studierte Medizin in der syrischen Hauptstadt, widmete seine Doktorarbeit Beethoven und kam zur Facharztausbildung für Chirurgie 1977 nach Deutschland. Er lebt und arbeitet seitdem in Emden als selbständiger Chirurg – und schreibt weiterhin Briefe an Ludwig van Beethoven.  

Seit geraumer Zeit besucht Al-Halabi Jahr für Jahr das Bonner Beethovenfest. Er erläutert in seinen Briefen das jeweilige Motto des Festivals und benennt die berühmten Dirigenten und Orchester, die während der Intendanz von Ilona Schmiel nach Bonn kamen.  Es ist schon ein kleines Stück „Geschichte der Bonner Beethovenfeste“ aus der Warte des äußerst interessierten Hörers, der eine Menge von Musik versteht und schildert, was ihn an Beethoven immer wieder neu fesselt und fasziniert. Und das eben alles in Briefform an „Ludwig“, mit dem er auch über seine zunehmende Ertaubung spricht, voller Verständnis, was das für einen Komponisten bedeutet.

Al-Halabi schreibt über die musikalische Entwicklung Beethovens, nimmt sich jede einzelne Symphonie, die 5 Klavierkonzerte, das Violinkonzert, das Tripelkonzert, die Klaviersonaten und Diabelli-Variationen vor, erklärt dem Leser die Besonderheiten und Einzigartigkeit seiner Musik, sowie die Herangehensweise der einzelnen Orchester und Dirigenten. Er zitiert Aussprüche anderer Komponisten, moderner und längst verstorbener. Auch die Interpreten kommen zu Wort, so z.B. Alfred Brendel, Sol Gabetta, Hélène Grimaud, Jan Vogler, u.v.a., aber auch Naturwissenschaftler und Philosophen, ebenso namhafte Dirigenten, wie z.B. Esa-Pekka Salonen aus Finnland oder Paavo Järvi. Die Beschreibungen der Beethovenfeste reichen bis zur Intendanz von Nike Wagner. Für Bonner daher eine besonders interessante Lektüre. Auch das Scheitern der Pläne für ein neues Festspielhaus bleibt nicht unerwähnt.

Bei einigen seiner Briefe, in denen er bestimmte Symphonien, Klavierkonzerte oder Sonaten eingehend bespricht, ist es durchaus reizvoll, sich eine CD aufzulegen und das entsprechende Stück erneut und sozusagen mit den Ohren des Autors zu hören….

Und ganz nebenbei erfährt der Leser ein paar Dinge, die nicht epochal, aber doch bemerkenswert sind, so z.B. die Tatsache, dass Beethovens 5. Symphonie das Erste war, das auf dem neuen Medium Schallplatte aufgenommen wurde, nämlich 1913 mit den Berliner Philharmonikern!

Am Ende meiner Ausführungen möchte ich Ghassan Al-Halabi gerne selbst zitieren, schreibt er doch in seinem Epilog u.a. folgende Sätze: „Briefe an einen grandiosen Menschen zu schreiben, den man verehrt und vergöttert, ist etwas, das unweigerlich mit Emotionen durchdrungen ist. Meine Briefe an Ludwig sind voller Leidenschaft und Schwärmerei. Doch bei uns im Westen gewinnt der Kopf die Oberhand, während für die Emotionen wenig Platz bleibt. Nun drängt sich die Frage auf: Wie werden solche Briefe bei der Leserschaft ankommen? Werden sie mit ebensolcher Begeisterung gelesen werden oder wird man ihnen eher mit Skepsis und Unverständnis begegnen?“

Die Antwort darauf bleibt jedem Leser selbst überlassen, sind doch gerade in der Kunst und ganz besonders in der Musik die Ansichten so verschieden wie die Menschen selbst. Ich habe dieses so ganz andere Buch gerne gelesen."

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