Mit bis zu 90 Mio Euro würde die Beethovenhalle die Stadtkasse

16. April 2015
belasten, wenn sie zu einer "konzerttauglichen Multifunktionshalle" renoviert werden würde. Diese neuen Zahlen hat die Bonner Stadtverwaltung jetzt veröffentlicht. Damit müsste die Stadt fast das Fünffache dessen ausgeben, was ihr Beitrag für das Beethovenfestspielhaus wäre. Einen Konzertsaal gäbe übrigens selbst bei einer solchen Sanierung der alten Halle nicht, sondern lediglich eine "konzerttaugliche Mehrzweckhalle."
Mit bis zu 90 Mio Euro würde die Beethovenhalle die Stadtkasse

 

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Die vollständige Vorlage der Stadtverwaltung zu den Kosten der Beethovenhalle finden Sie hier.

Der Rat hat am 7. Mai 2015 Planungsmittel in Millionenhöhe freigegeben, um die Varianten 1 und 2a planerisch vorbereiten zu lassen.

 

Beethovenhalle fünfmal teurer als Festspielhaus

Neue Zahlen: Ohne Festspielhaus mindestens 69 Mio Euro zu Lasten der Stadt 

Die jetzt bekannt gewordenen neuen Kostenschätzungen für die Beethovenhalle sind nach Ansicht der BÜRGER FÜR BEETHOVEN schon aus finanzpolitischer Sicht ein überzeugendes Argument für das Beethoven-Festspielhaus: „Wir wissen jetzt, dass der Umbau der Beethovenhalle zu einer konzerttauglichen Multifunktionshalle die Stadt mindestens 69 Mio Euro kosten würd. Das ist fast fünfmal so viel wie der städtische Beitrag zum Festspielhaus (14,4 Mio über 20 Jahre gestreckt). Eine derartige Verschwendung öffentlicher Gelder lehnen wir als Bonner Bürger ab und fordern alle Verantwortlichen auf, stattdessen schon aus finanziellen Gründen das im Bau vollständig privat finanzierte und im Betrieb wesentlich vom Bund und privaten Sponsoren getragene Festspielhaus zu verwirklichen.“ 

Mit der jetzt von der Bonner Stadtverwaltung vorgelegten Kostenschätzung steigen die bisher schon bekannten Baukosten für die Beethovenhalle um mehr als das Doppelte. Schon die „Herstellung der Betriebssicherheit für den bisherigen Betrieb“ (Variante 1) wird mit 31 - 40 Mio Euro veranschlagt. Die Modernisierung zur Multifunktionshalle (Variante 2a) kostet demnach 56 - 70 Mio Euro, eine konzerttaugliche Multifunktionshalle (Variante 2b) mindestens 69 -90 Mio Euro. 

Bisher waren für eine konzerttaugliche Multifunktionshalle 30 Mio veranschlagt worden. Die dabei von der Stadtverwaltung 2013 noch vorgesehene "akustische Verbesserung und Sanierung des Großen Saals" findet sich jetzt als "Ertüchtigung Akustik" nur im Betrag  von 69 Mio. Eine abgespeckte Variante mit einer „teilweisen Ertüchtigung der Akustik“ würde immer noch mindestens 56 Mio Euro kosten. Vom Umbau der Beethovenhalle zu einem adäquaten Konzertsaal hat sich die Stadt schon 2013 verabschiedet. 

In der Verwaltungsvorlage sind alle Summen ausdrücklich mit einem Kostensteigerungsrisiko von 30 Prozent sowie ev. weiteren Zusatzkosten belegt. Die unvermeidlichen Zusatzausgaben für Ersatzspielstätten während der Bauphase werden nicht aufgeführt. Eisel wies darauf hin, dass man sich mit dem Bau des Festspielhauses auf die reine bauliche Sanierung der Beethovenhalle bei laufendem Betrieb beschränken könne („Herstellung der Betriebssicherheit für den bisherigen Betrieb“). Ohne Festspielhaus werde die Beethovenhalle zum „Millionengrab“. Das hätten die Erfahrungen mit städtischen Bauprojekten in den letzten Jahren den Bürgern drastisch vor Augen geführt. 

Kein Verständnis haben die BÜRGER FÜR BEETHOVEN dafür, dass die Stadtverwaltung für die Ratssitzung am 7. Mai für eine weitere „parallele Planung“  3,25 Mio Euro beantragt. Zugleich soll die Ratsentscheidung zum Festspielhaus erst in der Sitzung am 18. Juni fallen: „Jetzt Kosten in Millionenhöhe in eine Planung zu stecken, die wahrscheinlich garnicht gebraucht wird, wäre abenteuerlich. Richtig wäre es, die Ratsentscheidung zum Festspielhaus zu treffen und in diesem Lichte den Umfang der Beethovenhallen-Investition zu entscheiden. Damit könnten die Millionenkosten für eine parallele Planung entfallen.“

Nachdem der Bonner Stadtrat im letzten Jahr bis zu 4,4 Mio Euro für die Baureifmachung eines städtischen Grundstücks für das Festspielhaus beschlossen hat, ein privat finanzierter Architektenwettbewerb erfolgreich abgeschlossen wurde und seit Februar ein Businessplan für die Betriebsstiftung vorliegt, steht jetzt nur noch ein Ratsbeschluss über die Beteiligung der Stadt an der Betriebsstiftung aus (10 Mio Euro über 20 Jahre gestreckt) aus. Dieser ist für Juni vorgesehen. Zeitgleich wollen die privaten Investoren entscheiden, welcher der Siegerentwürfe aus dem Architektenwettbewerb gebaut wird.

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