Volltextsuche:

Das Scheitern des Zeitplans bei der Sanierung der Beethovenhalle

15. Februar 2018
zeigt ebenso wie die seit Monaten anhaltende Kostenexplosion, dass hier eine gravierende Fehlentscheidung getroffen wurde. Dass die aufwendige Sanierung der Mehrzweckhalle nicht rechtzeitig zum Beethovenjubiläum 2020 abgeschlossen werden kann, ist eine kommunalpolitische Blamage, muss aber den Erfolg des Beethoven-Jubiläums nicht gefährden, denn eine Mehrzweckhalle mehr oder weniger ist für die Profilierung Bonns zur Beethovenstadt nicht wichtig. Allerdings sollte die neue Lage jetzt dazu genutzt werden, ernsthaft eine Zukunftsoption für Bonn zu prüfen: Statt des Millionengrabes Beethovenhalle und der ebenso kostspieligen Altbausanierung der Oper, wäre ein modernes integriertes Opern- und Konzerthaus die richtige Zukunftsinvestition in der Beethovenstadt.
Das Scheitern des Zeitplans bei der Sanierung der Beethovenhalle

 

Den folgenden Text können Sie hier ausdrucken.

 

Blamage bei Beethovenhalle für Zukunftswurf nutzen 

Mehrzweckhalle nicht entscheidend für Erfolg von BTHVN2020  

Zur Mitteilung der Bonner Stadtverwaltung, dass die Sanierung der Beethovenhalle nicht rechtzeitig zum Beethoven-Ju­biläumsjahr 2020 abgeschlossen sein wird, sagte der Vorsitzende der BÜRGER FÜR BEETHOVEN Stephan Eisel:  

Die städtische Mitteilung, dass die Sanierung der Beethovenhalle nicht rechtzeitig zum Beethovenju­biläum 2020 abgeschlossen sein wird, kommt nicht überraschend. Die regelmäßigen Kostensteigerun­gen um durchschnittlich eine Million Euro monatlich von 53 Mio Euro im April 2016 auf jetzt über 75 Mio Euro machen ebenso wie die ständigen Zeitverzögerungen deutlich, dass der Rat mit der Ent­scheidung für eine aufwendige denkmalgerechte Sanierung eine gravierende Feh­lentscheidung getroffen hat. Leider wurde dabei Oberbürgermeis­ter Sridharan überstimmt, der vor­geschlagen hatte, lediglich die Betriebssicherheit der Halle bis zum Beethoven-Jubiläum sicherzustel­len.  

Es ist aber gut, dass die Stadtverwaltung das Scheitern des Zeitplans der Hallensanierung rechtzei­tig vor dem Jubiläumsjahr 2020 zugibt. Die Illusionen über den Zeitplan, die Stadtdirektor Fuchs als zu­ständiger Projektleiter in den letzten Monaten genährt hat, waren fahrläs­sig. Jetzt räumt auch er eine Verzögerung von 1 ½ Jahren gegenüber der ursprünglich Zeitplanung ein und prognostiziert eine Be­spielbarkeit der Halle frühestens für Mai 2020. Da alle Erfahrungen zeigen, dass weitere Verzögerun­gen ebenso wahrscheinlich sind wie weitere Kostensteigerungen, sollten jetzt alle akzeptieren, dass es 2020 keine nutzbare Beethovenhalle geben wird. Weitere Illusionen führen in eine Sackgasse.

Viel sinnvoller wäre es, den entfallende Zeitdruck als Chance zu nutzen, um die Option für einen mutigen Zukunftswurf offen zu halten. Da es offenbar erhebliche Probleme mit den Fundamenten der Beethovenhalle gibt, deren Klärung einen de-facto-Baustopp nahelegen, bietet sich die Chance für eine Denkpause. Liegt es nicht nahe, so lange innezuhalten bis in vier Monaten die Prüfung der Opernsanierung abgeschlossen ist ? Sollte sich herausstellen, dass dort eine Sanierung im Bestand nicht darstellbar ist - was auch angesichts der Kölner Erfahrungen naheliegt -, könnte der jetzige Standort der Beethovenhalle für den dann notwendigen Neubau eines integrierten Opern- und Konzerthauses in Frage kommen. Wie at­traktiv das sein kann, zei­gen seit längerem Baden-Baden oder Bregenz und seit wenigen Jahren Oslo und Florenz Für die BÜRGER FÜR BEETHOVEN bleibt jedenfalls ein akustisch angemessener Kon­zertsaals in der Beethovenstadt Bonn notwendig – übrigens nicht nur im Blick auf klassische Musik.  

Wir haben immer wieder darauf hingewiesen, dass die Sanierung der alten Mehrzweckhalle keinen Beitrag zur Profilierung Bonns als Beethovenstadt leistet, weil es keine Verbesserung der Akustik für die Zuhörer geben wird. Das Scheitern der rechtzeitigen Sanierung der Beethovenhalle ist zwar eine Blamage für die Bonner Kom­munalpolitik, muss aber den Erfolg des Beethoven-Jubiläum nicht gefährden, wenn sich jetzt alle auf das konzentrieren, was wirklich wichtig ist: inhaltliche Fragen und nachhaltige Pro­jekte wie beispielsweise ein attraktiver Beethoven-Rundgang oder das von UN-Generalsekretär Guter­res unterstützte Pastorale-Projekt.  

Im Blick auf das Beethovenjubiläum 2020 ist es sinnvoll, die Vielfalt von Spielstätten unter Einbeziehung des Rhein-Sieg-Kreises zu nutzen und das Thema mit Realismus und Kreativität anzugehen: International konkurrenzfähig ist lediglich der Kam­mermusiksaal im Beetho­ven-Haus. Aber mindestens so gut wie die Beethovenhalle  sind vorhandene Spielorte von der Oper und der kleinen Beethovenhalle in Muffendorf, über das WCCB mit dem Ple­narsaal, die Godesberger Redoute, der Telekom-Dome, das T-Mobile- Forum, das Poppelsdorfer Schloß, der Innenhof der Universität, die Rhein-Sieg-Halle usw. usw. Es wäre auch sinnvoll, wenn zum Beethoven-Jubiläum der Museumsplatz zwi­schen Bundeskunsthalle und Kunstmuseum wieder für Konzerte genutzt werden würde. Auch eine Flussbühne am Rheinufer sollte ernsthaft geprüft werden.

UNSER LUDWIG

UNSER LUDWIG

Nächste Termine

Mi 15.0519:30 Uhr Vorstandssitzung
(nur auf Einladung)
Rheinhotel Dreesen

BEETHOVEN bei den PEANUTS

BEETHOVEN bei den PEANUTS

Beethoven JubiläumsGmbH

Beethoven JubiläumsGmbH

250. Geburtstag Beethovens

250. Geburtstag Beethovens
 

Frühere Artikel

04. Dez 2018

Als er zum ersten Mal nach Ahrweiler kam,

war Ludwig van Beethoven gerade einmal zehn Jahre alt. Mit seinem Vater Johann und dem jugendlichen Hofmusiker Franz Georg Rovantini besuchte er im Sommer 1781 verschiedene Musikfreunde in der Region. Voraussetzung war, dass "die Besuchene aber mit Clavier versehen warn." Beethoven besuchte in seinen 22 Bonner Jahren auch später häufig. So wohnte dort die "Tante Stockhausen", Schwester von Beethovens "Ersatzmutter" Helene von Breuning, die mit ihrer Familie dort mehrfach zur Sommerfrische war. Lesen Sie mehr…
24. Nov 2018

Ihren 25. Geburstag feiern die BÜRGER FÜR BEETHOVEN

im diesem Jahr: Gegründet am 7. Dezember 1993 von einem Dutzend Bonner Bürger zur Rettung des Beethovenfestes ist der Verein heute mit über 1.600 Mitgliedern der größte ehrenamtlich geführte Verein in Bonn und die "Beethoven-Lobby schlechthin. Mit öffentlichkeitswirksamen Aktionen vom Denkmaltag auf dem Münsterplatz über das Musikerfrühstück in der Godesberger Redoute bis zum Beetho­ven-Countdown auf dem Marktplatz und einem regelmäßigen Beethoventreff spricht er immer wieder breite Bürgerschichten an. Dazu kommen ein jährlicher Schaufensterwettbewerb, der Jugendwettbewerb Beethoven Bonnensis, die Verleihung des renommierten Beethoven-Rings an herausragende Künstler und des „Götterfunken“ an bürgerschaftliche Initiativen. Schon 2012 haben die BÜRGER FÜR BEETHOVEN auf die Bedeutung des Beethoven-Jubiläum 2020 hingewiesen schlu­gen schon früh die Gründung einer Beethoven-Jubiläums-GmbH vor und setzten einen Beetho­ven-Rundgang durch, der 2019 eröffnet wird. Lesen Sie mehr…
04. Nov 2018

Wir trauern um unseren Gründungsvorsitzenden Barthold Witte,

der die BÜRGER FÜR BEETHOVEN bis 2007 führte. Als die Stadt vor 25 Jahren durch die Streichung aller Zuschüsse das Ende des Beethovenfestes besiegelte, setzte er sich an die Spitze einer Bürgerbewegung gegen diese Entscheidung und erreichte, dass die städtischen Gremien ihre Haltung korrigierten. Dass es seitdem ein jährliches Beethovenfest gibt, ist entscheidend Barthold Witte zu verdanken. Lesen Sie mehr…
13. Okt 2018

Mit einer eigenen Beethoven-Briefmarke und Briefumschlägen

werben die BÜRGER FÜR BEETHOVEN für das Jubiläumsjahr BTHVN2020. Der Vorsitzende des Vereins Stephan Eisel lädt die Bürger zum Mitmachen ein: "Briefmarken verwenden wir alle, da liegt es doch nahe, diese kleinen Botschafter für unseren Beethoven zu nutzen."  Briefmarken und Umschläge sind zum Selbstkostenpreis bei den Bürgern für Beethoven erhältlich Lesen Sie mehr…
12. Okt 2018

Die Führungsspitze der BÜRGER FÜR BEETHOVEN wurde

bei der Mitgliedersammlung im Rheinhotel Dreesen wiedergewählt. Stephan Eisel als Vorsitzender und seine Stellvertreter Walter Scheurle, Marlies Schmidtmann und Annette Schwolen-Flümann ohne Gegenstimmen im Amt bestätigt. Die BÜRGER FÜR BEETHOVEN sind mit inzwischen 1617 Mitglieder der größte ehrenamtlich geführte Verein in Bonn und der Region. Lesen Sie mehr…
30. Sep 2018

Ob die Bonner Oper saniert werden soll oder ein Neubau

sinnvoller ist, hat im Auftrag des Rates der Stadt Bonn die actori GmbH untersucht und zu sechs Szenarien ihre Bewertung vorgelegt. Die Mitgliederversammlung der BÜRGER FÜR BEETHOVEN fordert für einen Neubau mit integriertem Konzert- und Opernsaal ein.  Lesen Sie mehr…
17. Sep 2018

Auf den plötzlichen Tod ihres Mitgliedes Bärbel Richter haben die

BÜRGER FÜR BEETHOVEN mit großer Betroffenheit reagiert. Stephan Eisel würdigte den Einsatz der SPD-Fraktionsvorsitzenden: "Bärbel Richter war immer verläßlich für Beethoven. So hat sie sich klar für das Beethoven-Festspielhaus eingesetzt, als andere im Rat schwankten oder gar dagegen waren. Sie war eine echte Bürgerin für Beethoven." Lesen Sie mehr…
10. Sep 2018

Um Beethoven und die Bonner Lesegesellschaft

ging es in unterhaltsamer Form beim Klavierkabarett von Stephan Eisel am 24. September um 18 Uhr im Haus der Evang. Kirche, Adenauerallee 53. Dazu lädt die Lese- und Erholungsgesellschaft ein, die 1787, also zu Beethovens Zeit zur Förderung des Gedankenguts der Aufklärung u. a. von seinen Lehrern gegründet wurde, und die es auch heute noch gibt. Lesen Sie mehr…
11. Aug 2018

Um Fides Krause-Brewer, ihr ältestes Mitglied, trauern

die BÜRGER FÜR BEETHOVEN. Sie ist in der Nacht zum 10. August im Alter von 99 Jahren verstorben. Als Gründungsmitglied des Vereins hatte sie wesentlichen Anteil an der Rettung des Beethovenfestes. Nach einem erfüllten und erfolgreichen, aber sicherlich auch anstrengenden beruflichen Leben hat sich Fides Krause-Brewer auch im "Ruhestand" für Beethoven eingesetzt und stand mit ihrer Erfahrung immer wieder ihrem Verein zur Verfügung. Lesen Sie mehr…
07. Aug 2018

Am 12. August erinnerten die BÜRGER FÜR BEETHOVEN

zum sechsten Mal an die Enthüllung des Beethoven-Deenkmals am gleichen Tag im Jahr 1845. Die Musik steuert das Bläserensemble agundo bei bei. Stephan Eisel schilderte mit Zitaten von Zeitzeugen das historische Ereignis vor. Mit dabei waren auch Hector Berlioz, Aldolphe Sax, Louis Spohr, Gottfried Kinkel, Queen Victoria, Alexander Humboldt - und Marie Ophoven, deren ausfühlicher Brief mit detaillierten Schilderung der Ereignisse erst Anfang 2017 von den Bürgern für Beethoven gefunden wurde. Lesen Sie mehr…