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Endlich kommt Bewegung in die Festspielhaus-Debatte

05. September 2011
Die Bonner Rundschau berichtet, dass Oberbürgermeister Nimptsch zur Eröffnung des Beethovenfestes einen neuen Anstoß für die Verwirklichung des Festspielhauses geben will. Er hatte das Projekt im April 2010 auf Eis gelegt. Die Rundschau leitet ihren gut informierten Artikel mit dem Satz ein: "Das Thema Festspielhaus wird neuen Schwung bekommen."
Endlich kommt Bewegung in die Festspielhaus-Debatte

 Den Artikel der Bonner Rundschau können Sie auch hier lesen.

 

Bonner Rundschau 5. September 2011

OB stößt neue Festspielhaus-Debatte an
Drei Standorte sollen diskutiert werden: alte Beethovenhalle, Opernhaus und Rheinaue

DIETER BROCKSCHNIEDER
BONN.Das Thema Festspielhaus wird neuen Schwung bekommen. Wie zu erfahren war, wird Oberbürgermeister Jürgen Nimptsch in seiner Rede zur Eröffnung des Beethovenfestes am Freitag eine neue Diskussion über ein Konzerthaus anstoßen. Und die wird auf die Standortfrage zulaufen: alte Beethovenhalle, Oper oder Rheinaue.

Nimptsch hatte am 21. April 2010 in einem Gespräch mit den Vorstandsvorsitzenden von Telekom, Post und Postbank, René Obermann, Frank Appel und Stefan Jütte, vereinbart, das ehrgeizige Projekt wegen der ungesicherten städtischen Finanzlage und des Desasters um das Konferenzzentrum WCCB vorerst nicht mehr weiter zu verfolgen. Nun scheint der Verwaltungschef die Situation anders zu beurteilen: Der Haushalt ist verabschiedet, beim WCCB hat Nimptsch nach zum Teil heftigen Kontroversen den Rat hinter sich. Es läuft wohl darauf hinaus, dass die Stadt wieder das Zepter übernimmt und das Tagungszentrum fertig^stellen lässt. 

Vorteile und Nachteile
Nun wird also das Festspielhaus angepackt. Es scheint sicher zu sein, dass der OB für das „Neue Beethovenhalle“ genannte Objekt eine neue architektonische Lösung anstoßen wird, denn die über 50 Jahre alte Beethovenhalle wird das nächste halbe Jahrhundert als Mehrzweckhalle wohl nicht überdauern. Es sei denn, die Stadt nimmt 30 bis 35 Millionen Euro in die Hand für eine große Sanierung. So viel wird mittlerweile an Kosten gerechnet, um den Bau für Konzerte mit internationalen Orchestern und internationalem Publikum auf Vordermann zu bringen. Beethoven ist in Asien ein Star, 40 Prozent mehr Besucher aus China sollen seinetwegen im vergangenen Jahr in seine Geburtsstadt gekommen sein. Die Stadt will diesen Run fördern.

Drei Standorte dürften für den Neubau infrage kommen: die alte Beethovenhalle, die Oper Am Boeselagerhof und die Rheinaue unweit von Langem Eugen und Posttower.


Beethovenhalle: Ein Abriss ist in der Bürgerschaft umstritten, weil sie unter Denkmalschutz steht. Deren Freunde weisen immer wieder auf die historische Bedeutung des Hauses hin, das unter anderem Ort von Bundesversammlungen zur Wahl von Bundespräsidenten gewesen war. Gegner der Halle sagen, sie sei nicht mehr tauglich für Konzerte. In keinem der von einer Jury favorisierten Modelle für das neue Konzerthaus war die Beethovenhalle integriert worden, im Gegenteil, die Architekten holen den Abrisshammer raus. Wegen der Diskussionen der vergangenen Jahre um diesen Standort hält der Fraktionsvorsitzende des Bürger Bundes Bonn, Bernhard Wimmer, ihn für „politisch nicht mehr machbar“. Wahrscheinlich wird also die Abstimmung im Stadtrat in dieser Frage frei gegeben. 


Oper: Die Sanierung des Gebäudes soll knapp 20 Millionen Euro kosten. Warum also nicht abreißen und dort ein Festspielhaus hinstellen? Zumal auch ein Konzerthaus einen Orchestergraben haben könnte, aber wohl keine Obermaschinerie, wie sie für Opernaufführungen gebraucht wird. Der OB hatte in der vergangenen Woche allerdings noch gesagt, für den Plan „Festspielhaus statt Oper“ gebe es kein Geld des Bundes. Der aber will – noch! – 39 Millionen Euro in eine Stiftung für den Betrieb des Festspielhauses als nationales Projekt zur Förderung des Beethovenschen Erbes stecken.

 
Rheinaue: Beethovenfest-Intendantin Ilona Schmiel sagte der Rundschau, der Standort sei ihr „inzwischen egal“, wichtig sei die Rheinlage, weil hier die von der Jury gekürten Festspielhausentwürfe von Zaha Hadid („Diamant“) und Hermann&Valentiny („Welle“) am besten umzusetzen seien. Vorteil der Rheinaue: Wenn das WCCB fertig gestellt ist, ist es für die Tagungsbesucher von dort nur ein Katzensprung zur „Neuen Beethovenhalle“.

Wer baut? Wahrscheinlich Post und Postbank. Die Telekom, die ursprünglich mit zur Troika gehörte, hat sich inzwischen zurückgezogen, dürfte sich aber an den Betriebskosten oder einzelnen Projekten beteiligen. Die Baukosten waren auf 75 Millionen Euro festgelegt, später aber auf 100 Millionen Euro angepasst worden. Die Betriebskosten liegen bei über 8 Millionen Euro. Wie viel davon die Stadt tragen muss, ist unklar.

Nach dem Ende des Beethovenfestes am 9. Oktober wird die Diskussion ums Festspielhaus nicht nur in den politischen Gremien, sondern auch in der Bürgerschaft losgehen. Der OB setzt offenbar auf finanzielle Beteiligung der Bonner und weiß unter anderem die Industrie- und Handelskammer Bonn/Rhein-Sieg hinter sich, deren Präsident Wolfgang Grießl positive Aspekte für die Wirtschaft der Region durch die „Neue Beethovenhalle“ sieht. 

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